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Trainings im Kontext von Rassismus 

© Christiane Lenhard 2018

Dieser Text ist aus meiner weißen Perspektive als Frau, nicht von Rassismus betroffen, geschrieben.

Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein.

Sie muss zur Anerkennung führen.

Dulden heißt beleidigen.

J.W. Goethe

Wenn es nach Mark Terkessides (Vortrag 2013)  geht, brauchen wir eine 'interkulturelle Alphabetisierung' unserer Gesellschaft. Heute würde er vermutlich das Wort 'interkulturell' durch 'rassismuskritisch' ersetzen.

In unserer Gesellschaft 'ist die herrschende Klasse immer noch weiß' (Jens Schneider in taz, 07.03.2016 ) - obwohl wir schon lange in einer Migrationsgesellschaft leben, in der laut Paul Mecheril (Handbuch Migrationspädagogik, Beltz/Weinheim 2016) der Prozentsatz der 3-jährigen mit Migrationshintergrund in Großstädten wie Frankfurt bei 70% liegt, und in der die Zuschreibung 'Mensch mit Migrationshintergrund' eine immer absurdere Form des 'Othering' wird.

Gerade angesichts der aktuellen Debatten um Zuwanderung und Zugehörigkeit wirkt diese Zuordnung absurd - und ist verletzend!

Sind alle Kinder denn nicht schon lange Teil unserer Gesellschaft?

Sie wachsen hier auf, werden hier in 'unseren' Bildungsinstitutionen sozialisiert, haben in der Regel kaum noch persönlichen Kontakt zur 'kulturellen' oft national verorteten Herkunftswelt ihrer Eltern oder Großeltern - und werden immer noch als 'anders' markiert...?

Wer aber darf seine Kompetenzen zeigen - und welche Kompetenzen werden wann und wie gewertet?

Ist Arabisch genauso wie 'wert' wie Englisch? Bedeutet das Leben in einer Großfamilie nicht auch eine ergiebige Quelle für soziale Erfahrungen? 

Es ist schon lange überfällig, dass wir uns mit der Veränderung unserer Gesellschaft im globalen Kontext befassen - und es ist überfällig, dass wir uns mit uns selbst und unseren Haltungen und Strukturen befassen. Denn durch sie wird Partizipation geradezu verhindert.

Ein Training im Anti Bias Kontext setzt genau hier an.

Es geht in einem solchen Training also NICHT um das Erkunden vermeintlich 'Fremder' und ihrer 'Kulturen' - es geht um Dekonstruktionen von gesellschaftlichen (und persönlichen) Überlegenheitskonstruktionen.

Dabei geht es auch immer um das Thema Macht.

Und es geht um die Reflexion der vorhandenen eigenen Privilegien.

Ziel ist es, neue Bewertungs- und Reaktionsmöglichkeiten zu entdecken, auszuprobieren und in neue Strukturen zu übersetzen.

Ein Training sollte deshalb immer einen hohen Anteil von emotional ansprechenden Inhalten vermitteln und - ohne zu moralisieren - Einsichten zu ermöglichen.

Es geht um eine neue Zielsetzung:  von Toleranz im eigentlichen Wortsinn (tolerare = erdulden) hin zu Selbstreflexion,  Akzeptanz und Partizipation für alle - im Sinne der geforderten Bildungsgerechtigkeit.

Dafür braucht es einen entspannten Rahmen, Zeit, Lern- und Reflexionsbereitschaft - und nicht zuletzt Humor.

Inhalte eines Trainings:

In meinen Trainings 

- sensibilisiere ich für die Eigen- und Fremdwahrnehmung von 'Kultur' im Rahmen eines dynamischen Kulturverständnisses

- unterstütze ich die Reflexion der bis heute erhaltenen Auswirkungen kolonialer Strukturen

- informiere ich über Themen wie z.B. Erziehungsvorstellungen in anderen - nicht länderbezogenen - Kontexten

- erforsche ich mit Ihnen die verschiedenen Dimensionen von Konflikten im diversitätsgeprägten Miteinander

- unterstütze ich Sie bei der Entwicklung konstruktiver Lösungsmöglichkeiten auf personeller aber auch auf struktureller Ebene.

- vermittle ich Ihnen Kompetenzen, die Ihnen im beruflichen Alltag ebenso wie im persönlichen Umfeld zu mehr Sicherheit und Offenheit verhelfen wird. 

Das Gesamtziel ist die Anerkennung anderer Lebensentwürfe als gleichwertig - und damit die Anerkennung auf das im Grundgesetz verbriefte Recht auf Partizipation.

Methoden:

Ich lade Sie in einem Training ein zu abwechslungsreichen interaktiven Übungen, die ich mit einem theoretischen Input und vielen inspirierenden Fallbeispielen aus der aktuellen (pädagogischen) Erfahrungswelt ergänze. 

Reflexionsübungen, Simulationen, Rollenspiele, Einzel- und Gruppenarbeiten werden mit Diskussionen ergänzt und Inhalte so erfahrbar gemacht.

Dadurch wird die Auseinandersetzung mit (eigenen) Vorbehalten, Stereotypen, Werten und 'inneren Bildern' angeregt, die den Kontakt und die Kommunikation mit anderen Menschen erheblich beeinflussen.

Das schult vor allem: Selbstreflexion, Empathie und Perspektivwechsel - also soziale Kernkompetenzen, die sich positiv auf Lern-/ bzw. Arbeitsklima und auf die Gruppendynamik in einem (Arbeits-) Team auswirken.

Ein solches Training stößt Reflexion und Kommunikationsprozesse an, für die im Alltag oft keine Zeit bleibt und stärkt damit das Team.

Christiane Lenhard

 

 

 

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